Szenerien zum Rudern voriges Bild nächstes Bild

26.07.16

Auf vier Flüssen nach Helgoland und darüber hinaus

Wormser Wanderruderer waren vom 18. bis 20. Juni – zusammen mit Ruderern befreundeter Vereine, darunter Detlef Döhnert vom LRV – wieder im Nordwesten Deutschlands aktiv. Anlass war die Teilnahme an der „Fahrt um die Strohauser Plate“, die der Nordenhamer Ruderclub jährlich veranstaltet. Neun Ruderer / Ruderinnen und eine Begleitperson waren diesmal auf Tour.

Treffpunkt war am Sonnabendvormittag das Nordenhamer Bootshaus. Neben uns süddeutschen Teilnehmern waren viele Vereine aus der näheren Umgebung am Start. So trafen wir mittlerweile bekannte und bisher unbekannte Ruderer aus Bremerhaven, Bremen, Oldenburg, Hemmoor, Bremervörde, Hildesheim und weiteren Vereinen.

In Abstimmung mit dem Veranstalter fanden wir uns zu drei Renngemeinschaften zusammen, die an den Start gingen. Ellen Brandenburger (Bamberger RG), Michael Herbring (RG Heidelberg) und Detlef Döhnert (Ludwigshafener RV) ruderten zusammen mit zwei Ruderern aus Oldenburg. Doris und Michael Thier, Gerhard Haussmann, Rainer Ambros (alle Wormser RC) und Harald Schewski (RG Heidelberg) waren ebenfalls im Vierer unterwegs. Zusammen mit zwei Nordenhamern ruderte Christian Schmidt (Wormser RC) im einzigen gesteuerten Zweier, der am Start war.

Die 27 km lange Strecke rund um die Strohauser Plate, einer zwischen Nordenham und Brake gelegenen Weserinsel, ist den meisten von uns ja mittlerweile vertraut. Schön ist es immer wieder, den Kontrast zwischen der breiten Weser und ihrem immer schmaler werdenden Nebenarm zu erleben. Die Strecke führt uns zwischen schilfbestandenen Ufern entlang, wo man nur das Rauschen des Windes im Schilf hört – und natürlich die möglichst gleichmäßigen Ruderschläge.

Schließlich erreicht man das Südende der Strohauser Plate, wo die Schilfufer schon recht nah beieinander sind. Hier kommt man wieder auf die Weser, die an dieser Stelle noch über 600 m breit ist. Nun geht es auf den Weg zurück nach Nordenham. Den Wendepunkt sollte man bei Stauwasser erreicht haben, wenn die Flut am höchsten ist. Der langsam einsetzende Ebbstrom unterstützt uns nun bei der Rückfahrt.

Glück hatten wir auch mit dem Wetter. Weder traf uns ein Regenschauer noch brannte die Sonne zu heiß. Im Zusammenspiel zwischen Sonne und Wolken war die Weite des norddeutschen Horizonts zu genießen. Zurück am Bootshaus, konnten sich alle Teilnehmer am Grill und dem großartigen Kuchenbuffet stärken. Wir verbrachten noch einige Zeit auf dem Clubgelände und hatten die Möglichkeit, alte Bekanntschaften zu erneuern und neue zu machen. Am Abend ging es traditionell nach Bremerhaven, zunächst zum Fischessen im Schaufenster Fischereihafen. Von dort zogen wir weiter in die „Letzte Kneipe vor New York“, einer urigen Hafenkneipe mit Livemusik.

Am Sonntag machten wir uns mit zwei Booten, begleitet und geführt vom Nordenhamer Vorsitzenden Christoph Heilscher, auf den Weg nach Elsfleth. Nachdem wir die schon bekannte Strohauser Plate passiert hatten, steuerten wir einen weiteren Weserarm an, der die Insel Harriersand vom östlichen Ufer trennt. Mit ca. 11 km Länge gehört Harriersand zu den längsten Flussinseln Europas. Während der Nebenarm anfangs über 100 Meter breit ist, wird er immer schmaler und reicht gegen Ende gerade noch zum Rudern. Unter einer kleinen Brücke kamen wir nur mit Kommando „Ruder lang“ durch.

Bald nachdem wir Harriersand hinter uns gelassen hatten, querten wir die Weser und erreichten die Mündung der Hunte, dem zweiten Fluss, auf dem wir an diesem Wochenende ruderten. Nach Passieren des Hunte-Sperrwerks kamen wir schon bald nach Elsfleth. Der wasserseitige Blick auf die großzügigen Ufergrundstücke war beeindruckend. Im Panorama-Café hatten wir ausreichend Platz auf der Terrasse mit schönem Blick auf die Hunte. Besonderes Ereignis war das Anlegemanöver der „Großherzogin Elisabeth“, einem der größten deutschen Großsegler mit drei Masten und ca. 1.000 m² Segelfläche.

Großherzogin Elisabeth Elsfleth web

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg nach Nordenham und vollendeten damit ein Tagespensum von 58 Kilometern. Der zunehmende Ebbstrom erreichte nun eine Fließgeschwindigkeit von bis zu 4,5 km/h (während einer Ruderpause per GPS gemessen). Bei Ebbe fällt der Nordenhamer Steg trocken und ist dann erst wieder bei auflaufendem Wasser zu erreichen. Wir waren aber rechtzeitig da und konnten anlegen und aussteigen.

Den Abschluss unserer Rudertour bildete am Montag eine Ausfahrt auf der Hamme, einem gestauten Moorfluss, der nördlich von Bremen das Teufelsmoor durchfließt. Im Vergleich zur Weser, die stellenweise mehr als einen Kilometer breit ist, bot uns die Hamme einen reizenden Kontrast der Vortage. Der RV Osterholz-Scharmbeck stellte uns zwei Boote zur Verfügung.

Ein Nebenfluss der Hamme ist die Beek, ein Naturschutzgebiet, das die meiste Zeit des Jahres auch für Ruderboote gesperrt ist. In diesem Jahr hatten wir das Glück, auch auf der Beek rudern zu dürfen. Die Strecke führte uns an großen Seerosenfeldern vorbei durch die Moorlandschaft. Schließlich ging es auf der Hamme weiter. Eine Bootsmannschaft legte am Ausflugslokal Neu Helgoland eine Pause ein und genoss das schöne Wetter auf der Terrasse direkt am Fluss. Zum abschließenden Mittagessen waren beide Mannschaften zurück in Osterholz-Scharmbeck. Insgesamt sind wir 103 km an diesem verlängerten Wochenende gerudert.

Bericht und Bilder: Christian Schmidt, Wormser Ruderclub

Termine

Mo, 08.04. | 19 Uhr
Ordentliche Mitgliederversammlung
LRV

20./21.04.
Frühregatta Mannheim
MA-Mühlauhafen

Mi, 01.05. | 13-16 Uhr
Tag des offenen Bootshauses
LRV

Alle Termine im Überblick

Links

Weitere Neuigkeiten rund um den LRV gibt es auch hier:

Facebook

Instagram